Murkraftwerk – Ein Bürgermeister und sein Immo-Netzwerk (Teil 2)

WIR haben uns die Immobilienfirmen des „Ersten Bürgers“ von Graz noch weiter angesehen.
Das Netz scheint immer größer zu werden und insbesondere das Murkraftwerk mit seiner Staustufe spielt hier eine große Rolle.

Was wir bislang wissen:

Bürgermeister Siegfried Nagl ist Vorsitzender des Baureferates, des Naturschutzbeirats und Obmann des Vereins zur Förderung der Regionalentwicklung Regionalmanagement Graz/Graz-Umgebung.
Er ist auch voll haftender Gesellschafter der Firma Klammerth und dieser Firma gehört wiederum zu 100 % die SA Immobilien GmbH.

Ein Bürgermeister mit vielen Beteiligungen:

Die Regionalmanagement GmbH gehört zum weitläufigen Firmennetz dazu.

Eine weitere Beteiligung Nagls ist in der Regionalmanagement Steirischer Zentralraum GmbH zu finden, in der er durch den Regionalentwicklungsverein Graz/Graz Umgebung (dem er vorsteht) Miteigentümer ist.
Diese GmbH besitzt Grundstücke die quer über Graz verstreut sind. Auch die SA (Siegfried und Andrea Nagl) Immobilien GmbH soll Gerüchten zufolge an einem größeren Bauprojekt in der Herrgottwiesgasse beteiligt sein.

Der Bau der Staustufe hat noch nicht einmal begonnen, schon sind die ersten Grundstücke ausgeschrieben.

Hier wird es jetzt heiß, denn eine der Liegenschaften der Regionalmanagement GmbH befindet sich in der Puchstraße, also genau in der Mitte zwischen der geplanten Staustufe Puntigam und dem angeblichen Realisierungsprojekt in der Herrgottwiesgasse.
In der Puchstraße stehen laut Ausschreibung 53.000m² Baufläche zur Verfügung, die laut Flächenwidmungsplan 4.0 (Fläwi 4.0) ein Baudichteverhältnis von 2:5 zu 1 aufweisen, was wiederum heißt dass bei 1.000m² Grund, bis zu 2.500m² bebaut werden dürfen.

Die violetten Bereiche dürfen im Verhältnis 2,5:1 bebaut werden.

Auch die anderen Parteien hängen mit drin und wer sich am Satellitenbild die Größe der Grundstücke ansieht, stellt schnell fest dass der zu vergebende Kuchen rund um das alte „Einserwerk“ der Puch AG, nicht nur „Entwicklungspotential„, sondern auch viel Geld bringt.

Am Satellitenbild ist klar zu erkennen dass hier viel Land zu vergeben ist.

WIR fragen und fordern klare, unmissverständliche Aufklärung:

  • Wofür braucht es Verein und GmbH?
  • Sollte das etwas mit dem dringenden Bedürfnis zu tun haben, das Murstaustufenprojekt mit allen Mitteln durchzusetzen?
  • Sollte das etwa sogar mit seiner just im November 2016 gegründeten eigenen Immobilienfirma zu tun haben?

WIR sagen NEIN zu diesen Tricks!

Darum am 5. Februar WIR – Unabhängige Bürgerliste Graz – LISTE 8.

6 Gedanken zu “Murkraftwerk – Ein Bürgermeister und sein Immo-Netzwerk (Teil 2)

  1. Auch wenn diese Enthüllungen erst nach der Wahl zutage kommen: Sollte Nagls letzter Tag nicht schon morgen gekommen sein – so wohl bald danach. Denn diese Machenschaften wird wohl der Staatsanwalt bald hinterfragen und dann wird er sich – sollte er tatsächlich noch da sein – wohl ein bissl schwer tun, ein ordentliches Budget für 2017 noch zustande zu bringen.
    Alles Gute, der ICH-Partei Siegfried Nagl …

  2. Allein schon die Betitelung ‚Kraftwerk Puntigam‘ ist eine Augenauswischerei, da damit von den Aktivitäten in Liebenau abgelenkt werden soll.
    Die unbebauten Flächen in Liebenau waren einst schon Gegenstand der Begierde um unter dem Titel eines Olympiadorfes bebaut zu werden. Die Liebenauer Gerlitzgründe wurden im Vorfeld zu einer Olympia-Bewerbung unter der Hand, ohne die gesetzlich vorgeschriebenen Kundmachungen und Auflagefristen, umgewidmet (die Stadtplanung lag auch damals in der Hand der ÖVP, auch wenn die ‚Effizienz‘ eines Nagl noch nicht wirkte). Das Land ist flach, als Baugebiet geeignet, kriegt jetzt im Zuge der Vorarbeiten für das Kraftwerk die Anschlussmöglichkeiten für die Ver- und Entsorgung vor die Nase gelegt und eine Umwidmung von Freiland auf Bauland ist nur eine Formalität, denn jedwege Einwendungen können mit einem Achselzucken und der üblichen Ignoranz abgeschmettert werden. Der Staubereich des Murkraftwerks wird als aufwertende Werbemaßnahme genutzt, auch wenn dem nicht so sein sollte. Wenn der ein oder andere Keller in der bestehenden Nachbarschaft durch Wasser vollläuft kommt das auch gelegen, da diese Objekte dann günstig für die Investoren erwerbbar sind, denn kein Privater kann sich die Sanierung und/oder den Rechtsstreit mit dem Verursacher leisten.
    So geht Baulandwidmung und -Gewinnung in Graz.

  3. danke vielmals für den artikel! so ähnliche ergebnisse hab ich bei meiner recherche auch schon rausgefunden…

    meiner meinung nach sollte man aber noch weiter gehen, alle machenschaften nagls aufdecken. und es gibt einige verdachtsmomente…

    anfangen würd ich mit den gegenden in graz, wo die bebauungsdichte am stärksten erhöht wurde. grazbachgasse ecke pestalozzigasse zum beispiel is von 0,2-1,4 auf 0,8-2,0. wem gehören die grundstücke/wohnungen dort? wem gehören die grundstücke ecke am wagrein und hafnerstrasse, wo die bebauungsdichte von 0,2-1,5 auf 0,5-2,0 gehoben wurde? hier gibt es definitiv noch mehr.

    wie sind die zusammenhänge zwischen nagl, seinen unternehmungen und der baubranche? hat nagl seine finger im spiel bei einem oder mehreren bauunternehmen, die für die estag bauen?

    wieso hat die c.kovac immobilien gmbh ein projekt für die gegend um die seifenfabrik planen können (inzwischen aufgegeben, war dann wohl doch zu nah an der mur, link: http://www.strobl-architektur.at/Timber_in_Town). warum ist der besitzer eben dieser c.kovac immobilien gmbh christian kovac der stärkste befürworter des murkraftwerks? macht er auf mehrfache art und weise profit? erstens durch den verkauf der für das murkraftwerk benötigten zonen an die stadt (steuergelder!), zweitens durch den bau von immobilien in exakt der gegend? gibt es eine verbindung zwischen der c.kovac immo und der SA immo? oder eine persönliche verbindung zwischen der familie nagl/weinhandl und der familie kovac?

    was ist mit nagls besitzungen in der griesgasse passiert? ehemals unter denkmalschutz, inzwischen rennoviert und umgebaut.

    was ist tatsächlich mit reininghaus passiert?

    wie kann es sein, dass aufgrund der umwidmung des pfauengartens für eine potentielle ausweichstelle für das grazer kunsthaus 2003 dieses monster von hochhaus gebaut werden?

    man könnte das wahrscheinlich noch weiterführen, aber ich denke einige von diesen ansätzen könnten das bild noch verstärken.

  4. das darf doch nicht wahr sein – jetzt ist schon bekannt, welche verwicklungen es rund um den bürgermeister und seine immobilien gibt und er darf einfach weitermachen?

    1. .. Kogler deckt Finanzskandal Stadt Graz _ Murkraftwerk auf!!!
      dass die 7-Millionen-Euro-Förderung des Landes Steiermark, die zwar an die Stadt Graz fließt, aber an die Errichter- und Betreibergesellschaft des Murkraftwerks weitergereicht wird, eine illegale Beihilfe sei. Durch diese Finanz-Konstruktion wird „jedenfalls eine Beihilfe gewährt“, die „alle Tatbestandsmerkmale“ der einschlägigen Europagesetze erfüllt. http://www.stmk.gruene.at/kontrolle-und-transparenz/beihilferechtswidriger-steuergeld-missbrauch-im-zusammenhang-mit-zentralspeicherkanal-und-murstaustufe-werner-kogler-legte-dokumente-und-gutachten-vor

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