Netzwerke – Das „Studentencartell“ im Gemeinderat

Der Cartellverband (CV) katholischer Verbindungen steht immer wieder im Fokus der Öffentlichkeit, junge Studenten werden hier auf ÖVP Linie gebracht und finden sich nach dem Studium nicht selten in öffentlichen Funktionen wieder. Wir sehen uns das Cartell einmal genauer an.

CV – der Cartellverband

Wer in der ÖVP groß werden will, braucht gute Verbindungen.

Der Cartellverband (CV) katholischer Verbindungen ist der Öffentlichkeit wohl bekannt. In seinen Studentenverbindungen wächst die nächste Generation der ÖVP heran und wird auf Parteilinie gebracht. 13 Kandidaten für die Grazer Gemeinderatswahl sind CV Mitglieder, wir schauen uns an, was dahinter steckt.

Studenten treten in die Verbindungen des CV‘s in der Regel am Anfang des Studiums ein.

Der CV ist eine große Familie, hier gibts eine Mitgliederliste.

Nach erfolgtem Studiumsabschluss steigen dann die fertigen Akademiker in den Philisterstand (Altherrenstand) auf und finanzieren mit einem höheren Mitgliedsbeitrag die Verbindungen und ihre Aktivitäten.
Studentenverbindungen sind Lebensbünde, sie basieren auf Prinzipien die alle Mitglieder miteinander verbinden, das wichtigste davon heißt
Amicizia (Freundschaft): Dieses Prinzip verpflichtet alle CV Mitglieder zu lebenslanger gegenseitiger Hilfestellung.

In Graz gibt es aktuell 6 Studentenverbindungen des Cartellverbands, die älteste und mit über 400 Mitgliedern größte Verbindung, ist die Carolina am Glockenspielplatz, der auch Siegfried Nagl und Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer angehört, auch Reihold Lopatka (ÖVP Klubobmann im Nationalrat) ist in Graz beim Traungau kooperiert.

Auf der aktuellen Kandidatenliste der ÖVP finden sich 13 Mitglieder aus Kartellverbänden, das heißt: Jeder sechste Kandidat der ÖVP-Liste ist Mitglied in einer Verbindung.

Zur Erklärung, neben dem ÖCV gibt es noch den nicht-farbentragenden Kartellverband (KV), den Mittelschülerkartellverband (MKV), die Vereinigung Christlicher Studentinnen (VCS) und deren Mittelschulequivalent die Vereinigung farbentragender Mädel (VfM).

Der Einfachheit halber haben wir daher neben den Namen die Couleurnamen (Spitznamen) der ÖVP-Kandidaten und die Mitgliedschaft in den Dachverbänden angeführt.

  1. (1) Siegfried Nagl v. Milupa, Bürgermeister (CV, MKV)
  2. (2) Kurt Hohensinner v. Nostradamus, Stadtrat (MKV)
  3. (7) Sissy Potzinger v. Familia (VCS)
  4. (8) Martina Kaufmann v. Lerunia (VCS, VfM)
  5. (18) Gerhard Spath v. Publius (MKV)
  6. (26) Alexander Mohr v. Achilles (MKV)
  7. (34) Claudia Krainer v. Medici (VCS)
  8. (39) Bernhard Baier v. Commandante (MKV)
  9. (46) David Caldera v. Hunger (CV)
  10. (48) Markus Simmerstatter v. Spartacus, ÖVP Kampagnenmanager (CV, MKV)
  11. (57) Robert Niesner v. Spieß (CV)
  12. (74) Oliver Tazl v. Mastercard (VC, MKV)
  13. (78) Udo Eiselt v. Vercingetorix (CV, KV)

Das Karrierenetzwerk:


Der Lebensbund in Verbindung mit der Stellung innerhalb der Hierachie ist nicht selten auch im späteren Berufsleben hilfreich. Die „Alten Herren“ hieven die jüngere Mitglieder in entsprechende Positionen, die Aufstiegschancen werden also durch eine CV-Mitgliedschaft signifikant erhöht.
Das führt dazu dass sich Carteller häufig in Verwaltung, Politik, bei Behörden, Gerichten, privaten- und staatsnahen Betrieben wiederfinden.

Abgeordnete die innerhalb des CV organisiert sind, werden auch nicht selten an ihre Verpflichtungen innerhalb des Cartells erinnert, sie sind also in ihrer Entscheidungsfindung nicht gerade frei. Eine andere politische Meinung als die ÖVP wird oftmals nicht toleriert, Mitglieder die anderen Parteien angehören, können wegen Prinzipienbruch aus einer Verbindung ausgeschlossen werden.

Im unausgesprochenen Graubereich liegen auch die Fälle in denen Richter und Staatsanwälte in derselben Verbindung wie potenzielle Angeklagte oder die Anwälte einer der Parteien sind.

Eine nicht vollständige Liste aktiver und ehemaliger deutscher-,schweizer und österreichischer Mitglieder der Cartellverbände findet sich auf Wikipedia.

Informationen über Richter, Staatsanwälte, Notare und Anwälte sind großteils leider ausgeklammert.

WIR wollen keine Kartelle im Gemeinderat, WIR wollen eine unabhängige Bürgervertretung.

Daher am 5. Feber WIR – Unabhängige Bürgerliste Graz.

Ein Gedanke zu “Netzwerke – Das „Studentencartell“ im Gemeinderat

  1. …das ist ein schlecht recherchierter artikel über den CV – der in österreich ÖCV heisst. ich bin selbst in einer studentenverbindung bin aber keine ÖVPler- ÖCV sind politisch denkende und handelnde personen. das viele ÖCVer der ÖVP nahestanden, dass stimmte einmal – als noch sehr viele ÖCV beamte wurden. im 21 jht. gibt es aber immer weniger beamte, was aber zählt ist der allen ÖCVern innewohnende leistungsgedanke, deshalb sind heute die mehrzahl der ÖCVer in der wirtschaft (und nicht mehr in der verwaltung) und vollbringen die leistungen, die gutmenschen wie die selbsternannten WIR nicht einmal in der lage sind zu erbringen (von euren leistungen könnte eine gesellschaft nicht leben!)- es gibt hiezu nur ein beschreibung – erbärmlich und zum fremdschämen!

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